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Posts Tagged ‘Tresor’


Der Tresor Club hatte gestern mal wieder schweres DJ-Geschütz aufgefahren. Vor über 20 Jahren der Begründer der vielbeschworenen musikalischen Achse Berlin-Detroit, mit regelmäßigen Auftritten Detroiter DJs im Club sowie unzähligen Veröffentlungen Detroiter Musiker auf dem Tresor-Label, beschränken sich die Detroiter Clubauftritte inzwischen auf einige wenige Highlights im Jahr, vor allem zu Jubiläen wie z.B. dem Tresor-Geburtstag.

Gestern war wieder ein solches Highlight: Axis Records, renommiertes Technol-Label aus Detroit, feierte mit seinem Inhaber und Produzent Jeff Mills 20. Geburtstag. Dazu durfte nicht nur Jeff Mills selbst auflegen, sondern unter anderem auch Detroiter Kollegen wie Blake Baxter und Patrice Scott.

Ungewöhnlicherweise startete der Star des Abends Mills mit seinem 6-Stunden-Set im Globus bereits um Mitternacht. Ungewöhnlich auch, dass es spätestens ab 0:30 bereits sehr voll war, während es sonst immer heisst, dass die Parties meist erst gegen 2-3 Uhr so richtig losgehen…

Um Jeff Mills als legendären DJ ranken sich viele Anekdoten. Er ist bekannt für seine energiegeladenen Sets, die ein euphorisches und dankbares Publikum haben. Dass er ein unglaublicher Mixkünstler ist, der seine Platten rasant und virtuos im Minutentakt mischt, habe ich schon erlebt. Dass er seine Platten nicht in die Hüllen zurücksortiert, sondern alle einfach hinter sich wirft, dagegen noch nicht.

Wie fast zu erwarten, spielte er vor allem die Tracks seiner eigenen Labels, Axis und Purpose Maker. Eigentlich typische Tresor-Keller-Techno-Musik, wirkte sie auf dem Globus-Floor irgendwie anders: Keine tiefen Decken, keine Gitterstäbe, keine rauhen Betonwände, kein Nebel, kein Strobo-Licht, und der Raum relativ hell durch die Projektionen an der Wand. Trotzdem feierte das Publikum kräftig und war vor allem in den Momenten „Bassdrum raus – Bassdrum wieder rein“ glücklick.

Eher durch Zufall, und weil die Aneinanderreihung der vielen monotonen Purpose-Maker-Tracks doch irgendwann etwas eintönig wurde, landete ich in der 4+ Bar. Dort spielte gerade Patrice Scott, auch aus Detroit und Inhaber des Labels Sistrum. Und womit ich gar nicht unbedingt gerechnet hatte: Er spielte sich mit einem großartigen House-DJ-Set in das Herz des Publikums, eine tolle Platte nach der anderen, und zauberte ein Lächeln in mein Gesicht.

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Seit einiger Zeit bringt der Tresor ein kleines Online-Magazin namens Tresor.iginal heraus. Darin gibt es unter anderem großartige Fotos aus dem alten Tresor, Interviews mit Machern und Künstlern, die tolle persönliche Geschichten aus den Anfängen des Techno erzählen, alte Zeitungsartikel, Berichte von den Abschlussparties in der ursprünglichen Tresor-Location Leipziger Strasse, Fotostrecken aus der „musikalisch verwandten“ Stadt Detroit, und einiges mehr. Schön untermalt von passender Musik.

Besonders lesenswert fand ich Ausgabe 003 und 004, alles zu finden unter http://issuu.com/tresorberlin.

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Bevor sich alle ins Silvestergetümmel stürzen, hier schon mal ein Filmtipp fürs neue Jahr: „SubBerlin: the story of Tresor Club“ von Tilman Künzel erzählt die Geschichte des Techno-Clubs Tresor von den Anfängen in der Zeit nach dem Mauerfall 1989 bis zu seinem Abriss im Jahr 2005.

Nach der Wende schien alles möglich: Niemand wusste genau, wem welcher Grund und Boden im Osten Berlins gehört – schon gar nicht auf dem ehemaligen Mauerstreifen. „Kulturaktivisten“ entdeckten die Tresorräume des längst abgerissenen Kaufhauses Wertheim und schufen dort mit dem Tresor-Club einen mythischen Ort, an dem sich die Jugend aus Ost- und Westberlin erstmals zum Feiern traf – bei einer neuen, bis dahin unbekannten Musik. Auch wie die Macher des Clubs die elektronische Musik aus Detroit entdeckten und daraus eine intensive Beziehung zwischen beiden Städten enstand, wird erzählt.

Der Film lebt vor allem durch die Erzählungen der Pioniere der Berliner Technoszene. Alle maßgeblichen Gestalter und Menschen rund um den Club Tresor wurden interviewt: Dimitri Hegemann, Carola Stoiber, Marc Reeder, viele andere Leute des Tresor-Teams sowie DJs und Musiker die im Tresor spielten. Dazu gibt es Bilder aus dem Archiv, die zusammen mit den persönlichen Erzählungen die beeindruckende Aufbruchstimmung und den Spirit des Clubs sehr lebendig  werden lassen.

Am 10.12.2009 lief der Film bereits im RBB, am Mittwoch 13.01.2010 wird er um 21:30 Uhr im Tresor Club gezeigt, Eintritt ist frei! Anschließend ist dann ganz regulär Bonito House Club für alle, die noch tanzen wollen.

Eine Vorschau zum Film gibt’s hier zu sehen.

In diesem Zusammenhang übrigens auch sehr lesenswert:

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Es ist zwar erst Dienstag, aber das Wochenende naht mit großen Schritten – Zeit für einige Party-Empfehlungen für elektronische Musik in Berlin.

Donnerstag 30. Juli: Das „Magazin für elektronische Lebensaspekte“ De:bug lädt ein ins Berghain. Als Gast haben sie sich keinen Geringeren als Carl Craig eingeladen, großartiger Produzent und Musiker aus Detroit. Sein eigenes Plattenlabel Planet E sowie seine Veröffentlichungen unter eigenem Namen, als Paperclip People, 69 oder Psyche sind Techno-Klassiker. Wer ist noch dabei: Efdemin, Matt Didemus, die De:Bug-Allstars, sowie Umfeld –  das Multimedia-Projekt von Speedy J und  Scott Pagano.

Freitag 31. Juli: DJ Hell beehrt den Tresor, zusammen mit Hanno Hinkelbein, Mad Max und noch einigen mehr.

Und: Der schonmal angekündigte Dice Club am Alexanderplatz sagt auf seiner Website „Opening Date 31.07.“ – mehr aber auch nicht bzw. evtl. erst nach Login?

Samstag 01. August: Der Club Rechenzentrum hat ebenfalls hochkarätige Gäste eingeladen, dass es einem fast den Atem verschlägt. Unter anderem: Redshape – live, A Guy Called Gerald – live, Deadbeat – live, Sandwell District – live, James Ruskin und noch jede Menge mehr! Der Club liegt in der Nalepastr. 10-16 in 12459 Berlin. Wer nicht mit dem Auto hinfahren will: Zwischen 23 – 5 Uhr fährt ein kostenloser Bus-Shuttle ab S-Bahnhof Ostkreuz, Neue Bahnhofstr. / Ecke Sonntagstr.

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Der Tresor Berlin, legendärer Technoclub der ersten Stunde, feiert nach dem Umzug in das ehemalige Heizkraftwerk Köpenicker Straße sein zweijähriges Jubiläum in der neuen Location. Das ganze Wochenende vom 22. – 24. Mai 2009 steht unter dem Motto „2 Years New Tresor“. Das DJ Line-Up ist zwar nicht ganz „Berlins aufregendstes Event des Monats“, wie auf der Tresor-Website versprochen, aber das ist ja Ansichtssache.

Gleichzeitig wird der neue Tresor-Garten eröffnet, der bei hoffentlich trockenem Wetter entspannte Atmosphäre zum Chillen bieten wird.

Am Sonntag 24. Mai 2009 gibt es dann ab 14 Uhr eine Garten- bzw. Hofparty mit Plattenverkauf, Grillen/Barbecue und natürlich Musik – eine nette Gelegenheit vielleicht ein paar alte und neue Platten zu kaufen oder einfach nur mit Leuten abzuhängen.

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Ein kurzer Rückblick auf den vergangenen Samstag im Tresor, der unter dem Motto „R.E.S.P.E.C.T. Detroit Weekend“ stand:

Der erste Eindruck: erstmal etwas verwundernd – Die ganze Vorderfront des riesigen Gebäudes und der Parkplatz davor sind flutlichtartig erleuchtet – irgendwie passt das nicht so ganz zum Tresor-Image wie man es kennt.

Innen ist der Club gut gemacht, eine spannende Industrielocation. Es wurde versucht das Flair des ursprünglichen Tresors hierher zu transportieren: Die schweren rostigen Schließfächer, die Gitterstäbe und die niedrigen Decken im unteren Raum, die spärliche Beleuchtung. Oben im Globus z.B. die Bilder an der Wand, und die Glaskugel mit den elektrischen Entladungen auf dem Bartresen 🙂

Schön ist auch das „Fenster“ im Globus, wo man in die Tiefe der dahinter liegenden Industriehallen des ehemaligen Heizkraftwerks hineinschauen kann, mit den rohen Betonwänden, Gängen und Treppen.

Was drinnen allerdings noch auffiel, war die etwas merkwürdige Mischung des Publikums. Die eine Hälfte: eher früh kommend, seeehr jung und vom Typ etwa Solarium-gebräunt/Kettchen tragend. Die andere Hälfte (später am Abend bzw. früh am Morgen eintreffend) etwas älter, und eher vom Typ Techno-Kenner/Veteran. Naja, etwas überspitzt…

Es war leider nicht wirklich voll. Mal war unten im Tresor die Tanzfläche gut besucht, mal oben im Globus, aber irgendwie nie beide gleichzeitig, und auch nie so voll dass man von einem Ansturm sprechen könnte.

Detroit-Techno-Legende Juan Atkins spielte am frühen Morgen und hob sich nicht nur mit seinem Mixstil von den anderen DJs ab. In seiner Plattenauswahl gab es ein paar schöne Klassiker, wie z.B. „Strings of life“, Redplanet’s „Stardancer“, „Game One“ von Infiniti, Carl Craig’s „Domina“. Toll war auch die LFO Hymne „LFO“ auf dem großartigen Soundsystem, die einem die Bässe in Zeitlupe durch den ganzen Körper rollen ließ – Gänsehautgarantie.

Tresor-Gründer Dimitri Hegemann mischte sich ebenfalls unters Publikum und lauschte dem DJ-Set von Mr Atkins.

Die anderen DJs spielten teilweise gut, hatten aber auch sehr lange monotone Phasen, in denen das Publikum mit ständigen Breaks bei Laune gehalten wurde: „Dreh den Bass raus, lass ’ne Weile laufen bis alle ekstatisch kreischen, dann den Bass wieder reindrehen, und alle heben selig johlend die Hände in der Luft“. Wenn das alle zwei Minuten passiert, dann nervt das irgendwann. Vor allem wenn alle Tracks gleich klingen und sich musikalisch kaum Spannung entwickelt.

Fazit: Etwas durchwachsen. Muss jeder selber wissen was er mag und aus welchem Grund er da eventuell hingeht 😉

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Der Tresor-Club aktiviert mal wieder seine Detroit-Verbindungen: Das Wochenende 09. – 10. Januar steht unter dem Motto R.E.S.P.E.C.T. Detroit Weekend. Am Freitag 9.  Januar wird Kenny Larkin dabei sein, am Samstag 10. Januar dann Juan Atkins, beide Tage jeweils mit lokaler Unterstützung durch Berliner DJs.

Juan Atkins ist einer der bekanntesten Detroiter Künstler und ein Urgestein der Technogeschichte: als Cybotron, Model 500, Infiniti und uvm. hat er z.B. auf seinem eigenen Label Metroplex sowie dem legendären Label Transmat oder auf R&S unzählige Platten veröffentlicht.

Kenny Larkin, auch bekannt als Dark Comedy oder Yennek, hat mit Veröffentlichungen u.a. auf den Labels Plus 8 und Warp den speziellen Detroit-Techno-Sound entscheidend mitgeprägt.

Anfang bis Ende der neunziger Jahre standen sowohl der Tresor Club als auch das Tresor Label für eine enge Berlin-Detroit Connection. DJs aus Detroit traten regelmäßig im Club auf und sorgten für euphorische Stimmung – damals noch in der ursprünglichen Location in der Leipziger Strasse 126. Auf dem Tresor-Label gab es viele Veröffentlichungen Detroiter Künstler und auch gemeinsame Projekte mit Berliner Musikern, wie z.B. 3MB mit Juan Atkins oder Eddie Flashin‘ Fowlkes.

In den letzten Jahren waren Künstler aus Detroit allerdings bestenfalls nur noch sporadisch im Tresor-Club vertreten. Für Detroit-Liebhaber jetzt also die große Chance, und für diejenigen sowieso, die noch nicht im „neuen“ Tresor in der Köpenicker Straße waren.

Tresor Club, Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin Mitte, U-Bhf Heinrich-Heine-Straße, www.tresorberlin.de.

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