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Posts Tagged ‘elektronische Lebensaspekte’

de:bug LogoVorige Woche hat das Magazin de:bug angekündigt, dass die nächste Ausgabe wohl die letzte sein wird. Das ist unglaublich schade, weil es mit seinem inhaltlichen Schwerpunkt „elektronische Lebensaspekte“ ein ganz besonderes Magazin war: von Musik über Technologie, Netzpolitik bis zu Mode spannte es einen großen Bogen und war trotz der Themenvielfalt immer stimmig.

Entsprechend groß ist das Bedauern nicht nur bei den Lesern, sondern auch in der Musik- und Medienbranche. Am treffendsten und ausführlichsten hat es sicherlich Johnny Häusler in seinem Beitrag auf Spreeblick beschrieben.

Als Hauptgrund, warum das Magazin eingestellt wird, nennt Herausgeber und Geschäftsführer Sascha Kösch die Krise der Printmedien, und dass man der weit verbreiteten Erwartungshaltung „Alles für umme und alles jetzt sofort“ mit einer Zeitung nicht gerecht werden kann. Im Interview mit dem Radiosender Flux FM sagte er außerdem: „Anzeigenkunden wandern in andere Bereiche“.

 

Was heißt das genau?

Die Leute lesen weniger Zeitung/Zeitschriften, und das setzt einen Teufelskreis in Gang:

  1. Weniger verkaufte Exemplare bedeutet natürlich, dass man weniger Einnahmen hat.
    In der Print-Branche ist es nun so, dass sich eine Zeitung/Zeitschrift nur zu einem Teil durch die verkauften Exemplare finanziert, sondern zu einem (oft) weit größeren Teil durch Anzeigen. Hier wirken sich die sinkenden Leserzahlen ebenfalls aus:
  2. Weniger verkaufte Exemplare heisst, dass man bei den Werbekunden weniger Geld für die Anzeigen verlangen kann, weil dadurch ja weniger Leute erreicht werden.
  3. Und irgendwann stellen sich die Anzeigenkunden die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, in dieser Zeitschrift eine Anzeige zu schalten, weil man seine Zielgruppe in anderen Magazinen oder über andere Kanäle, z.B. Online, möglicherweise viel besser erreichen kann.

 

Sascha Kösch hofft nun, dass es zumindest online für die de:bug weitergeht. Da stellt sich die Frage: Wie könnte sich eine Online-Ausgabe der de:bug finanzieren?

Wie sie ihre Online-Auftritte profitabel machen, darüber grübelt die Print-Branche schon seit Jahren, testet aber inzwischen verschiedene Varianten. Erste Bezahl- und Abo-Modelle für Online-Artikel – anscheinend auch erfolgreiche – gibt es nun bereits. Online-Werbung kann außerdem Zusatzeinnahmen schaffen, aber die Online-Ausgabe vermutlich nicht allein finanzieren, denn:

Die Preise, die man für klassische Bannerwerbung verlangen kann, sind – je nach Zielgruppe – relativ niedrig. Erfolgsbasierte Werbevarianten, z.B. Bezahlung pro Klick auf’s Banner oder pro Kauf (= Provision), setzen voraus dass man eine klick- und kauffreudige Leserschaft und/oder eine sehr hohe Reichweite hat, damit nennbare Einnahmen zustandekommen. Kniffelig! Aber vielleicht lohnt sich das bei der musik-, technik- und mode-affinen Leserschaft der de:bug?

Oder es finden sich noch andere innovative Möglichkeiten, Einnnahmen zu generieren?

Wir hoffen auf jeden Fall, dass de:bug in irgendeiner Form fortgeführt werden kann, die Themen rund um die elektronischen Lebensaspekte weiterhin beleuchtet werden, und ihre Autoren die Möglichkeit haben ihre Beiträge zu platzieren!

DAUMEN DRÜCKEN!

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