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Posts Tagged ‘Basic Channel’

Wie immer am letzten Sonntag im Monat war im Horst Krzbrg wieder Wax Treatment angesagt, und es hat sich mal wieder voll gelohnt. Großartige Musik und fetter Sound auf der großartigen Killasan Anlage, was will man mehr?

Stefan und Marc Ernestus sorgten für den Reggae- und Dancehall-Teil des Abends, untermalt von Tikimans Live-Vocals. Schon da wallten einem die Bässe nur so durch die Magengrube, dass man die Frequenzen körperlich spüren konnte. Das deutliche Knistern des Vinyls zwischen den einzelnen Tracks passte ebenfalls gut zur Atmosphäre.

Das Live Set der beiden Herren TR 101 zeigte dann, was man aus einer Roland 909 und kleinen angestöpselten Geräten alles herausholen kann. Techno der alten Schule aber mit experimentellem Touch, von dunklen Bässen und Cymbal-Sounds bis zu fiepsenden hohen, modulierenden Tönen.

René Löwe, den man als Vainqueur, als Hälfte von Scion, und seit langem natürlich als DJ kennt, ließ anschließend die Klassiker der Basic Channel Familie nur so herunterprasseln. Etliche Maurizio, Rhythm & Sound, Basic Channel und Quadrant-Platten, toll gemixt, sowie eigene Tracks – und immer mal wieder einige Chicago und Detroit Klassiker eingestreut – das war großartigste Musik pur. DJ Pete, die zweite Hälfte von Scion und auch bekannt von eigenen Tracks und tollen DJ Sets, schlug anschließend den Bogen zum Dubstep und hatte ebenfalls tolle Platten anzubieten.

Was ich diesmal ganz besonders gelungen fand: Die Tanzfläche war total dunkel, bis auf die Lichtspots im DJ-Bereich, die bunt leuchtenden LEDs der Technikanlage und die Notausgangsleuchte über der Tür. Nur der schwache Lichtschein von der Bar sorgte dafür, dass man den Raum erahnen konnte. Das bedeutet: absoluter Musikgenuss, volle Konzentration aufs Tanzen, keine Ablenkung durch schicke Lichtshows oder Herumglotzen. Ein bisschen erinnerte es auch an die früheren Berliner Kellerclubs, die ohne viel Schnickschnack wie z.B. Lichtanlage auskamen und gerade dadurch ihren Charme hatten.

Und was ich bei Wax Treatment auch immer wieder faszinierend finde: Die Leute tanzen ausnahmslos alle mit Blick auf die riesengroße Killasan-Anlage, die am Ende des Raums aufgebaut ist, und lassen sich die Bässe von vorn durch den Körper fluten. Tanzen mit dem Rücken zum DJ Pult. Nicht gucken wer da spielt, sondern dahin gucken wo die Musik herkommt. In welchem Club gibt’s das sonst? Auch das steht sinnbildlich dafür, dass hier die Musik absolut im Vordergund steht.

Leider war der Club gestern nicht so voll, wie man es sich angesichts der großartigen Musik und Atmosphäre wünschen würde. Daher hier die unbedingte Empfehlung, sich das nächste Wax Treatment Ende Oktober schon mal vorzumerken! Termine und Line-up immer hier: http://waxtreatment.de

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Basic Channel werden von vielen Elektronikmusik-Fans wie Halbgötter verehrt, seitdem sie Anfang der neunziger Jahre anfingen Platten zu veröffentlichen und mit ihrer bahnbrechenden Musik ganz neue Welten in der elektronischen Musik erschlossen. Tiefe Bässe, dichte Sounds, Hall und das typisches Rauschen…

Seitdem sind in der elektronischen Musik die verschiedensten Stile und Spielarten entstanden. Einer davon ist Dubstep, noch nicht lange da, aber irgendwie scheinen manche Tracks eine nahe Verwandtschaft zu Basic Channel zu zeigen. Warum ist das so? *

Eigentlich hat Dubstep doch komplexe broken Beats und kommt soundmäßig aus dem Drum’n’Bass?!

Aber dann gibt es da auch diese reduzierten Dubstep-Tracks, die mit ganz wenigen Sounds und etwas Hall eine unglaubliche Dichte, Mystik und gleichzeitig eine Weite erzeugen, die einen in den Bann zieht und fasziniert immer wieder auf die „Repeat“ Taste/Button drücken/klicken lässt. Dazu dann noch diese Melancholie des frühen Detroit-Techno, die durch ein paar dezente melodiöse Elemente oder Akkorde entsteht. Auf jeden Fall großartige Musik!

Aber wie kommt es zu dieser gefühlten Nähe zu Basic Channel? Der Hall? Die reduzierten aber effektvoll arrangierten Sounds? Der fette Bass? Die Gänsehaut die die Tracks erzeugen? Dub??

Hier mal eine Liste von aktuellen Lieblingstracks in diesem Stil. Wer weitere Tipps hat, gerne per Kommentar ergänzen!

Wer dieses Tracks mag, sollte unbedingt den regelmäßigen Wax Treatment DJ-Mix checken, meist von DJ Pete, den es monatlich  zum Download gibt.

Und jeder sollte NATÜRLICH mal zu den Wax Treatment Parties im Horst Krzbrg gehen, wo diese und ähnliche Musik läuft. Jeden letzten Sonntag im Monat mit extra viel Bass auf dem Killasan Soundsystem! Nächstes Mal übrigens wieder am 28.03.2010 u.a. mit DJ Pete, Mark Ernestus und Tikiman, und MMM (live).

* Disclaimer: Achtung, dies ist keine musik-wissenschaftliche Analyse, sondern eine zutiefst subjektive Wiedergabe gefühlter Wahrnehmungen 😉

** Support the artists and buy their music 😉  Danke an www.hardwax.com und www.juno.co.uk für die Links.

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Hard Wax LogoDer Berliner Plattenladen Hard Wax feiert 20jähriges Bestehen! Gegründet kurz vor dem Mauerfall im tiefsten Berlin-Kreuzberg, war Hard Wax lange Zeit der einzige Plattenladen in Berlin, der sich auf House und Techno spezialisierte. Der Laden wurde damals schnell bekannt für seine guten Beziehungen nach USA (Detroit, Chicago) und London, und die daraus resultierenden Plattenimporte sicherten ein unschlagbares Sortiment und einen hervorragenden Ruf.  Schon damals war für in- und ausländische DJs, die in Berlin spielten, ein Besuch im Hard Wax Pflicht, so dass es oft vorkam, dass sich beim Plattenvorhören auf dem Plattenspieler nebenan z.B. Jeff Mills die neuesten Sachen anhörte.

Anfangs noch in der Reichenberger Straße, mit Electric Indigo, DJ Rok mit den tätowierten Armen, Rene und Pete, und anderen, bildete sich rund um den Plattenladen ein Kollektiv von Musikern und Labels, die bis heute in verschiedenen Konstellationen und verschiedenen Namen hervorragende Musik veröffentlichen. Basic Channel! Maurizio, Chain Reaction, Rhythm and Sound, Scion, MMM, Soundhack usw. – ihr wisst Bescheid.

Aus Platzgründen zog der Laden später um in ein altes Backstein-Hinterhofgebäude am Paul-Lincke-Ufer. Vom Landwehrkanal durch das Tor, über den kopfsteingepflasterten Hof, vorbei an einer Druckerei, in ein leicht abgeratzeltes Treppenhaus, wild dekoriert mit Aufklebern und Tags, muss man ins 3. OG hoch, um dann hinter einer Stahltür in das Plattenparadies zu gelangen.

Nicht gerade geeignet um Laufkundschaft anzulocken, sondern für die die genau wissen wen oder was sie dort suchen. Aber wahrscheinlich ist genau das die Idee.

Nie vergessen werde ich den zufällig mitgehörten Dialog: „Habt ihr Techno?“ – „Nein.“

Tja, Pech gehabt. Falsche Frage am falschen Ort. Wer aber die richtigen und freundliche Fragen stellt, bekommt eifrig die neuesten Platten der gewünschten Stilrichtung/ Künstler/ Labels rausgesucht, mit freundlichsten Empfehlungen und Tipps, was einem denn außerdem vielleicht noch gefallen könnte.

Natürlich wird das 20jährige Jubiläum groß gefeiert. Am Samstag 05.12.2009 im wmf Berlin. Mit einen Line-up, das man nicht treffender hätte aussuchen können. Hard Wax-Mitarbeiter sowie befreundete Musiker und DJs spielen dort was das Zeug hält: Mark Ernestus, Tikiman, Vainqueur, Substance, Electric Indigo, Anthony ‚Shake‘ Shakir, MMM, Soundhack, Torsten & Sascha usw.

Da gibt es echt an diesem Tag keine Ausrede! Mehr Infos zum Jubiläum und zum genauen Line-up gibt es hier, und Karten bestellen kann man auch schon.

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