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Archive for the ‘Fotografie’ Category

Heute mal wieder zwei Tipps zu Foto-Serien, die ich sehr beeindruckend fand. Beide bieten sehr ungewöhnliche Perspektiven auf eigentlich vertraute Dinge:

„Der Club am Morgen danach“ bei ZEIT online:
Tolle Einblicke in bekannte Clubs – darunter einige Berliner Clubs, und zwar nach der Party, komplett menschenleer und bei voller Beleuchtung, mit den Überbleibseln der vergangenen Nacht.
Sehr aufschlussreich sind übrigens auch die Leser-Kommentare zu den Fotos.

„Instruments from Inside“:
Wenn man nicht wüsste worum es geht, könnte man denken es sind neue, ungewöhnliche Gebäude, die mit tollem Lichtkonzept schön ausgeleuchtet sind. Tatsächlich ist sind es Fotos für eine Werbekampagne der Berliner Philharmoniker, bei denen Musikinstrumente von INNEN in Großaufnahme fotografiert wurden.

– Beides wirklich toll, also unbedingt anschauen!

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Ich war auf dem Weg vom Berliner Schlossplatz in Richtung Unter den Linden, als Polizisten aus heiterem Himmel die komplette Straße absperrten und sich Mannschaftswagen mit Blaulicht am Straßenrand sammelten. Die Touristenbusse bogen in die Nebenstraßen ab, und auf den BVG-Anzeigetafeln erschien kurze Zeit später der Hinweis „Wegen einer Demonstration hier kein Busverkehr.“

Was nun?

Spontan beschloss ich, einen kleinen Abstecher zur Friedrichswerderschen Kirche zu machen, die ein bisschen verloren und abseits der Flaniermeile zwischen Hedwigskathedrale und Außenministerium liegt.

Was ich dort entdeckt habe:

Dass zwischen Wiesen und Brachflächen der Schinkelplatz mit diversen Monumenten angelegt wurde, den man von der Straße gar nicht wahrnimmt. Dass gleich neben der Kirche ein sehr schöner Brunnen mit kleinen spielenden Bärenfiguren steht. Dass die Kirche in der niedrigstehenden Herbstsonne tolle Fotomotive bietet. Und dass die Kirche gar keine Kirche ist, sondern ein kleines Schinkel-Museum: mit Skulpturen und Schautafeln zu seinem Leben und Bauprojekten (Eintritt frei).

Zufälligerweise ist nicht nur die Kirche, sondern auch die provisorische Bauakademie nebenan und das Alte Museum von Schinkel gebaut worden.

Und so sind aus diesem kleinen Abstecher nicht nur ein paar schöne Fotos entstanden, sondern gleichzeitig ein kurzer, aber äußerst anschaulicher Einblick in ein Stück Berliner Baugeschichte. Unbedingt mal hingehen!

Schinkelplatz und Friedrichswerdersche Kirche

Schinkelplatz und Friedrichswerdersche Kirche

In der Friedrichswerderschen Kirche

In der Friedrichswerderschen Kirche

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Kleine Zwangspause die letzten Wochen hier im Blog wegen zuviel Arbeit, dann Urlaub, dann langsame Wiedereingewöhnungsphase an das Online-Leben, und nun diverse Fußball-WM-Aktivitäten.

Heute wieder ein Foto-Tipp: Andrew Moore hat 2008-2009 in Detroit großartige Fotos gemacht, die es auf seiner Website gesammelt zu bestaunen gibt. Tolle Motive, bei denen es oft um Zerfall, heile Welt, oder heile Welt trotz Zerfalls geht. Der Kontrast zwischen den kräftigen Farben und den manchmal verstörenden Motiven ist faszinierend.

Und wieder nagt die Frage, die angesichts meines eigenen Besuchs in Detroit und anderer Fotoserien immer wieder auftaucht: Warum lassen es Menschen in der modernen Welt zu, dass eine ganze riesengroße Stadt so verkommt?!

Moore’s andere Fotos stehen dem übrigens in nichts nach – z.B. die Serie „Cuba 1998-2002“. Einfach mal selbst schauen, und bitte nicht nur die kleinen Vorschaubilder überfliegen 😉 sondern die Großaufnahmen einzeln auf sich wirken lassen!

www.andrewlmoore.com

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Wir hatten hier schon mal das Thema Zerfall in Detroit, mit großartigen und gleichzeitig beängstigenden Fotos von einer Geisterstraße in einer ehemals gutbetuchten Detroiter Gegend, in der jetzt die Einfamilienhäuser verlassen vor sich hin gammeln.

Jetzt gibt es dazu eine weitere Fotoserie, die noch weiter geht: Häuser die schon so lange leer stehen, dass sie langsam aber sicher von der Natur zurückerobert werden. Wildrankendes Grünzeug, Bäume und Büsche wachsen munter vor sich hin und in die Häuser hinein, und geben den lange verlassenen und zerfallenden Gebäuden wieder ein Gesicht.

Man will nicht wirklich wissen, wer oder was drinnen lebt; von Obdachlosen bis hin zu Tieren alles möglich. Aber vielleicht sind diese Häuser ja auch völlig friedlich und schlummern so vor sich hin, eingebettet in das Grün. Anschauen!

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Wer sich für Fotografie und/oder alte Industriebauten interessiert, der sollte sich mal die Website IndustrieKulturFotografie (IKF) anschauen.

Das ist die Website einer Gemeinschaft, die das Ziel hat, das industrie-kulturelle Erbe durch fotografische Dokumentation zu bewahren. Und zwar nicht nur die reine Dokumentation, sondern speziell auch mit ästhetischen Zielen. Sie möchte die Reize von Nutz- und Industriebauten finden und adäquat fotografisch umsetzen. Die Internetseite bietet dafür sowohl die Möglichkeit für Veröffentlichungen als auch die Möglichkeit zur Diskussion.

In der Online-Fotogalerie findet man faszinierende, spannende Ansichten aller möglichen Bauten, Einrichtungen und technischen Anlagen. Sehr hochwertig fotografiert, mit vielen Details und sehr gut ausgeleuchtet. Von alten rostigen Maschinen über teils zerfallene Werksgebäude bis hin zu aktuellen funktionellen Bauten reicht das Spektrum der Motive. Die Galerie ist außerdem nach Branchen sortiert – Bergbau, Textilindustrie, Chemische Industrie…

Auf jeden Fall toll zum Stöbern und zur Inspiration! Und, ja, um vielleicht eigene Erinnerungen wachzurufen, von Erkundungen in alten Gebäuden und Industriegeländen. Speziell die Berliner haben ja ein Faible dafür, ehemalige Industriegebäude und ungenutze Gelände als Orte für Kultur, Musik, Party oder Gastronomie in Besitz zu nehmen, sei es spontan und unangemeldet oder offiziell etabliert. Andere Gebäude wurden zu Wohnzwecken und Bürogebäuden umgebaut.

Unzählige Locations ließen sich aufzählen, vom Tresor-Club (ursprüngliche und neue Location) und dem E-Werk in Berlin Mitte, bis hin zu den vielen ehemaligen Brauereien, Umspannwerken, Schlachthofgeländen, Wassertürmen, Klavier- und Seifenfabriken in Hinterhöfen, Speichergebäuden am Wasser etc.

Und auch in anderen, vor allem östlichen Bundesländern wurden nach dem Mauerfallund dem Zusammenbruch der örtlichen Industrie viele Gelände frei, die in irgendeiner Form genutzt wurden, seien es ehemalige Militärflughäfen und Bunkeranlagen, aufgegebene Fabrikgebäude oder alte Bahngelände.

Wer bei der IndustrieKulturFotografie mitmachen und eigene Fotos bereitstellen möchte, findet auf der Website detaillierte Angaben zum Bewerbungsprozess und zu den Qualitätsanforderungen.

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Hier ein Filmtipp für alle Fotografie-Begeisterten: Das Kino Babylon Mitte am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin zeigt morgen den Film „Die Fotografen Bernd und Hilla Becher“ – eine Dokumentation über das Fotografenpaar, das fünf Jahrzehnte lang Industriebauten fotografierte.

Was die beiden Fotografen so besonders macht, ist nicht nur, dass sie mit ihren Werken viele Industriebauten vor dem Vergessen bewahrten. Sondern sie wirkten mit ihren Schwarz-Weiß-Fotografien stilbildend. Industriebauten wie z.B. Fördertürme, Hochöfen, Fabrikhallen, Gasometer, aber auch Fachwerkhäuser fotografierten sie aus immer derselben Perspektive, die Motive meist mittig platziert, ohne Menschen, und in weichem Licht. Damit hoben sie auf frappierende Art und Weise sowohl die Gleichheit der unterschiedlichen Gebäude, aber gerade auch die Unterschiede hervor. Hier mal am Beispiel der Fachwerkhäuser und der Fördertürme schön zu sehen.

Mit ihren Fotografien haben die Bechers sehr dazu beigetragen, ein Bewusstsein für den Erhalt des industriellen Kulturguts zu schaffen. Ihre Arbeiten sind berühmt und werden heute in den großen Museen der Welt gezeigt.

In dem Film-Porträt erzählt das Künstlerpaar von seinem Leben und seinen Werken. Dauer: 90 Minuten, Regie: Marianne Kapfer.

Wann: Mi 24.06.2009 / 20:00 Uhr, und Mi 01.07.2009 / 19:45 Uhr.

Wo: Kino Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin (Mitte).

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Hier mal wieder ein Foto-Tipp: Bei www.boston.com/bigpicture gibt es unter dem Titel „Newsstories in Photographs“ regelmäßig großartige Fotoserien zu ganz verschiedenen Themen, oft mit aktuellem Bezug, wie z.B. die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Obama oder die dieses Jahr in Südamerika durchgeführte Dakar-Rallye. Beeindruckende, umfangreiche Bildreihen mit wunderschönen, teilweise aber auch dramatischen Motiven aus nächster Nähe oder von ganz fern werden hier im Großformat dargestellt.

Aktuell gibt es gerade eine Serie mit Fotos von London aus der Vogelperspektive. Und zwar bei Nacht und bei Dämmerung, oder das was man die „blaue Stunde“ nennt – dieser Zeitpunkt kurz bevor die Sonne untergeht, wenn das Abendlicht für einen kurzen Moment alles in diesem besonderen Farbton strahlen lässt und man sich fragt, wo auf einmal dieses blaue Leuchten herkommt.

Die London-Bilder sind irgendwie so, als ob man mit einem Flugzeug im Landeanflug langsam über die belebte Stadt schwebt und alles ganz dicht unter sich hat – wo man die Sehenswürdigkeiten mal aus einer ganz anderen Perspektive sieht, wo sich beleuchtete Straßen und Gebäude zu großen Mustern formen, wo Fluß und Parks die Stadt in unterschiedliche Teile gliedern, wo die vielen kleinen Autos wie wuselnde Ameisen wirken.

Sehr schöne Motive, tolles Licht, unglaubliche Stimmung. Unbedingt anschauen!

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