Ich war auf dem Weg vom Berliner Schlossplatz in Richtung Unter den Linden, als Polizisten aus heiterem Himmel die komplette Straße absperrten und sich Mannschaftswagen mit Blaulicht am Straßenrand sammelten. Die Touristenbusse bogen in die Nebenstraßen ab, und auf den BVG-Anzeigetafeln erschien kurze Zeit später der Hinweis “Wegen einer Demonstration hier kein Busverkehr.”
Was nun?
Spontan beschloss ich, einen kleinen Abstecher zur Friedrichswerderschen Kirche zu machen, die ein bisschen verloren und abseits der Flaniermeile zwischen Hedwigskathedrale und Außenministerium liegt.
Was ich dort entdeckt habe:
Dass zwischen Wiesen und Brachflächen der Schinkelplatz mit diversen Monumenten angelegt wurde, den man von der Straße gar nicht wahrnimmt. Dass gleich neben der Kirche ein sehr schöner Brunnen mit kleinen spielenden Bärenfiguren steht. Dass die Kirche in der niedrigstehenden Herbstsonne tolle Fotomotive bietet. Und dass die Kirche gar keine Kirche ist, sondern ein kleines Schinkel-Museum: mit Skulpturen und Schautafeln zu seinem Leben und Bauprojekten (Eintritt frei).
Zufälligerweise ist nicht nur die Kirche, sondern auch die provisorische Bauakademie nebenan und das Alte Museum von Schinkel gebaut worden.
Und so sind aus diesem kleinen Abstecher nicht nur ein paar schöne Fotos entstanden, sondern gleichzeitig ein kurzer, aber äußerst anschaulicher Einblick in ein Stück Berliner Baugeschichte. Unbedingt mal hingehen!

Schinkelplatz und Friedrichswerdersche Kirche

In der Friedrichswerderschen Kirche
