Feeds:
Artikel
Kommentare

Hard Wax LogoDer Berliner Plattenladen Hard Wax feiert 20jähriges Bestehen! Gegründet kurz vor dem Mauerfall im tiefsten Berlin-Kreuzberg, war Hard Wax lange Zeit der einzige Plattenladen in Berlin, der sich auf House und Techno spezialisierte. Der Laden wurde damals schnell bekannt für seine guten Beziehungen nach USA (Detroit, Chicago) und London, und die daraus resultierenden Plattenimporte sicherten ein unschlagbares Sortiment und einen hervorragenden Ruf.  Schon damals war für in- und ausländische DJs, die in Berlin spielten, ein Besuch im Hard Wax Pflicht, so dass es oft vorkam, dass sich beim Plattenvorhören auf dem Plattenspieler nebenan z.B. Jeff Mills die neuesten Sachen anhörte.

Anfangs noch in der Reichenberger Straße, mit Electric Indigo, DJ Rok mit den tätowierten Armen, Rene und Pete, und anderen, bildete sich rund um den Plattenladen ein Kollektiv von Musikern und Labels, die bis heute in verschiedenen Konstellationen und verschiedenen Namen hervorragende Musik veröffentlichen. Basic Channel! Maurizio, Chain Reaction, Rhythm and Sound, Scion, MMM, Soundhack usw. – ihr wisst Bescheid.

Aus Platzgründen zog der Laden später um in ein altes Backstein-Hinterhofgebäude am Paul-Lincke-Ufer. Vom Landwehrkanal durch das Tor, über den kopfsteingepflasterten Hof, vorbei an einer Druckerei, in ein leicht abgeratzeltes Treppenhaus, wild dekoriert mit Aufklebern und Tags, muss man ins 3. OG hoch, um dann hinter einer Stahltür in das Plattenparadies zu gelangen.

Nicht gerade geeignet um Laufkundschaft anzulocken, sondern für die die genau wissen wen oder was sie dort suchen. Aber wahrscheinlich ist genau das die Idee.

Nie vergessen werde ich den zufällig mitgehörten Dialog: „Habt ihr Techno?“ – „Nein.“

Tja, Pech gehabt. Falsche Frage am falschen Ort. Wer aber die richtigen und freundliche Fragen stellt, bekommt eifrig die neuesten Platten der gewünschten Stilrichtung/ Künstler/ Labels rausgesucht, mit freundlichsten Empfehlungen und Tipps, was einem denn außerdem vielleicht noch gefallen könnte.

Natürlich wird das 20jährige Jubiläum groß gefeiert. Am Samstag 05.12.2009 im wmf Berlin. Mit einen Line-up, das man nicht treffender hätte aussuchen können. Hard Wax-Mitarbeiter sowie befreundete Musiker und DJs spielen dort was das Zeug hält: Mark Ernestus, Tikiman, Vainqueur, Substance, Electric Indigo, Anthony ‘Shake’ Shakir, MMM, Soundhack, Torsten & Sascha usw.

Da gibt es echt an diesem Tag keine Ausrede! Mehr Infos zum Jubiläum und zum genauen Line-up gibt es hier, und Karten bestellen kann man auch schon.

Jetzt ist es soweit: Das Neue Museum Berlin wurde gestern mit seiner neuen Ausstellung feierlich eröffnet. Nach Zerstörung im Krieg und jahrzehntelangem Leerstand war es nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield aufwändig renoviert und umgebaut worden. Im März 2009 war es bereits ein Wochenende lang für die Öffentlichkeit zugänglich, und mehrere 10.000 Besucher hatten die Gelegenheit genutzt, sich das fertiggestellte aber noch leere Museum anzuschauen.

Dieses Wochenende, 17. und 18. Oktober 2009, ist der Eintritt in das Museum anlässlich der Eröffnung kostenlos. Wie im Radio gerade berichtet wird, hat sich bereits eine mehrere 100 Meter lange Besucherschlange vor dem Gebäude gebildet. Die ersten hatten sich wohl schon morgens zwei Stunden vor Eröffnung angestellt, trotz des grauen nasskalten Wetters…

Größten Andrang wird es sicherlich bei der Büste der ägyptischen Königin Nofretete geben, aber auch der Rest der Ausstellung soll wirklich beeindruckend sein.

Als Vorgeschmack hier nochmal ein paar Bilder aus dem leeren Museum im März 2009. Ich bin gespannt, wie die Räume nun zusammen mit den Ausstellungsgegenständen wirken!

Richie Hawtin, Musiker und DJ (und inzwischen Minimal Techno Star-DJ), kam am Wochenende nicht in den Berliner Club Berghain bzw. wurde wegen unpassenden Betragens aus dem Club geschmissen. So genau weiß man’s nicht, denn die Medien widersprechen sich da. Wer auf Twitter nach „Richie Hawtin Berghain“ sucht, bekommt so ein bisschen einen Eindruck, und auch der Tagesspiegel wie auch ElectronicBeats berichteten inzwischen.

Jedenfalls hat sich Richie Hawtin öffentlich per Twitter beschwert. Hat dabei das Berghain mit Bergheim betitelt, aber was uns viel mehr interessiert, sind folgende Fragen:

1) Ist es nicht ein gutes Zeichen, dass Türsteher nicht auf Star-Ruhm achten, sondern auf ordentliches Benehmen?

2) Tagesspiegel-Redakteure kennen Richie Hawtin und das Berghain??

3) Warum hat der Tagesspiegel-Beitrag eigentlich mehr Kommentare (13) und wesentlich interessantere, als das T-Mobile gesponsorte Branchenmedium ElectronicBeats (2)?

4) Wäre Richie Hawtin mit seiner früheren Frisur, die er zu Plus 8 und Plastikman-Zeiten trug und die NICHT Sven Väth ähnelt, eigentlich eher reingekommen (bzw. nicht rausgeschmissen worden)? ;-)

Verwilderte Häuser

Wir hatten hier schon mal das Thema Zerfall in Detroit, mit großartigen und gleichzeitig beängstigenden Fotos von einer Geisterstraße in einer ehemals gutbetuchten Detroiter Gegend, in der jetzt die Einfamilienhäuser verlassen vor sich hin gammeln.

Jetzt gibt es dazu eine weitere Fotoserie, die noch weiter geht: Häuser die schon so lange leer stehen, dass sie langsam aber sicher von der Natur zurückerobert werden. Wildrankendes Grünzeug, Bäume und Büsche wachsen munter vor sich hin und in die Häuser hinein, und geben den lange verlassenen und zerfallenden Gebäuden wieder ein Gesicht.

Man will nicht wirklich wissen, wer oder was drinnen lebt; von Obdachlosen bis hin zu Tieren alles möglich. Aber vielleicht sind diese Häuser ja auch völlig friedlich und schlummern so vor sich hin, eingebettet in das Grün. Anschauen!

Ein schönes Webvideo ist mir über den Weg gelaufen:

Da stehen zwei gemütliche Herren mit Brille, beide schwarz gekleidet, in einem Raum der so ein bisschen wie eine kleine Garage wirkt. Eine braune Holztür, alter dunkler Fußbodenbelag, ein paar Regale mit Krimskrams und alte Poster an der Wand. Und es stehen verschiedene Keyboards und Apparaturen herum, einige mit Kabeln und lustig blinkend wie die Schaltzentrale in uralten Science Fiction Filmen.

Und dann fangen sie an, Knöpfe zu drücken, Regler zu drehen und Tasten zu spielen, und zaubern aus den alten Apparaturen einen schönen analog blubbernden, elektronischen 80′ies style Track. Alexander Robotnick, dessen Platten in keiner Italo-Disco und Elektronik-Musik-Plattensammlung fehlen dürfen, und sein Musiker-Kollege Ludus Pinsky holen aus den Geräten schöne Effekte heraus und beziehen wohl auch einige Instrumenten-Raritäten ein (wie heißt das Dings ab Minute 4:00, wo er mit dem Finger über eine Fläche fährt und mit der anderen Hand sowas wie einen Joystick bewegt, damit dort diese Klänge herauskommen?)

Und wie sie beide ganz vertieft in die Musik hingebungsvoll und trotzdem locker mitwippen – herrlich. Sehr schön anzuschauen: hier.

Maria am OstbahnhofWährend uns DJ-Legende und Comic-Künstler Alan Oldham am Mittwoch 16.09. im Killekill Berlin mit harten Technobeats versorgen wird, steht am Freitag 18.09. in der Maria am Ostbahnhof eine etwas andere Musikrichtung auf dem Programm: Es hieß mal Hardcore, dann Jungle, Drum’n'Bass, 2-Step und hat sich bis heute zu Dubstep weiterentwickelt.

Es beehren uns die Vorreiter dieser Musik, die mit ihren Plattenproduktionen und DJ Sets diese Musik Ende der Achtziger/ Anfang Neunziger groß gemacht haben: Shut Up and Dance! 4 Hero! Ragga Twins! Außerdem A Guy Called Gerald, der neben Drum’n'Bass Produktionen auch schöne House-Klassiker und Detroit-angehauchte Technotracks geschaffen hat. Dazu gesellen sich einige hochrangige Vertreter der aktuellen Dubstep-Szene, nämlich Shackleton und Applebim (Skull Disco/ London). Sowie DJ Bleed (de:bug), der bereits seit vielen Jahren auf Berliner Drum’n'Bass Parties zur Stamm-DJ-Besatzung zählt, und weitere DJ Kollegen.

Wer Anfang der neunziger Jahre in Berlin Monik Dietls Samstagabend-Sendung auf Radio 4U gehört hat, der kann sich an die vielen Jungle Platten erinnern die sie spielte, und gefühlt jede dritte war von Shut up and Dance. Damals atemberaubende Musik, die man in dieser Form noch nicht gehört hatte und im Radio sowieso nicht – es sei denn bei britischen Piratensendern die zu dieser Zeit anscheinend wie Pilze aus dem Boden schossen.

Bei dem Line-up in der Maria am Freitag wird dann sehr schön der Kreis zu den heutigen Produktionen geschlossen, die natürlich auf vielem schon Dagewesenen aufbauen, aber trotzdem herausragend sind.

Party wann und wo: Freitag 18.09.2009, Maria am Ostbahnhof, Stralauer Platz/ an der Schillingbrücke, Berlin-Friedrichshain, Nähe Ostbahnhof.

Ich muss übrigens bei Gelegenheit mal ein paar Radio 4U-Anekdoten oder Playlisten von 1992 herauskramen…

Buchstabenmuseum

Über die markante und leider demontierte Zierfische-Leuchtreklame in der Karl-Marx-Allee in Berlin Friedrichshain hatten wir schon berichtet.

Jetzt naht die Rettung: Das Buchstabenmuseum Berlin sammelt Spenden, um die Zierfische für seine Sammlung zu erwerben. Buchstabenmuseum? Ja genau. Das ist ein privat organisiertes Museum, das sich der Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben und sehenswerten typografischen Objekten widmet. In seiner Sammlung befinden sich bereits viele bekannte Schriftzüge von Firmen, öffentlichen Einrichtungen o.ä., deren Herkunft, Schriftbild, Format und Material genau festgehalten werden.

Zur Zeit ist das Museum noch in der Aufbau- und Sammelphase. Es gibt auch leider noch keine festen Ausstellungsräume, dafür aber ein Schaudepot das regelmäßig besichtigt werden kann. Nächster Besichtigungstermin ist Samstag, 12.09.2009 von 13 – 15 Uhr. Die Adresse ist Leipziger Straße 49 in 10117 Berlin – Mitte. Besichtigungen sind auch nach Voranmeldung möglich, und zwar per Mail unter verein_at_buchstabenmuseum.de.

Auf der Website www.buchstabenmuseum.de gibt es außerdem Presseartikel und Hintergrundberichte über das Museum selbst und über einige Highlights in seiner Sammlung.

Wer sich an der Rettung der Zierfische beteiligen oder den gemeinnützigen Verein Buchstabenmuseum e.V. auch sonst unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Ab 100 EUR werden auch Spendenquittungen ausgestellt.

Eis-Tipp für Stuttgart

Weil das Wetter noch ganz gut passt, hier gleich noch ein Lieblings-Eisladen in Stuttgart: Gegenüber vom Bahnhof Bad Cannstatt, wenn man über den Bahnhofs-Vorplatz in Richtung Wilhelmsplatz geht, über den Zebrastreifen, dort vor dieser kurzen Fußgängerpassage gleich vorn rechts auf der Ecke.

Leckere Eiskugeln aus italienischer Herstellung, die so toll schmecken dass man es gar nicht glauben möchte. Im Krokant-Eis ist mehr Krokant drin als in jeder Krokant-Schokoladentafel, das Kokosnuss-Eis scheint direkt aus der frischen Kokosnuss geschöpft worden zu sein, und beim Joghurt-Eis schmilzt einem der Joghurt direkt zart auf der Zunge.

Die Auswahl ist recht überschaubar, und es gibt wenig extravagante Sorten die jetzt so „in“ sind. Dafür aber die Klassiker, und die sind vom Geschmack her fast unschlagbar: diverse Sorten Frucht-, Nuss- und Schoko-Eis, Straciatella, Vanille, Tiramisu. Für Kinder auch himmelblaues Schlumpfeis oder Spaghetti-Eis.

Hervorragend ist auch der Kaffee oder Cappuchino, den die temperamentvolle italienische Dame hinterm Tresen so liebevoll anpreist und serviert.

Man merkt dass der Laden mit äußerster Herzlichkeit und aus Überzeugung zu höchster Qualität betrieben wird. Dementsprechend ist er auch gut frequentiert, was man dem Laden nur wünschen kann. Im Winter ist übrigens geschlossen, deswegen: Jetzt noch täglich mit lecker Eis eindecken! ;-)

Wer sich für Fotografie und/oder alte Industriebauten interessiert, der sollte sich mal die Website IndustrieKulturFotografie (IKF) anschauen.

Das ist die Website einer Gemeinschaft, die das Ziel hat, das industrie-kulturelle Erbe durch fotografische Dokumentation zu bewahren. Und zwar nicht nur die reine Dokumentation, sondern speziell auch mit ästhetischen Zielen. Sie möchte die Reize von Nutz- und Industriebauten finden und adäquat fotografisch umsetzen. Die Internetseite bietet dafür sowohl die Möglichkeit für Veröffentlichungen als auch die Möglichkeit zur Diskussion.

In der Online-Fotogalerie findet man faszinierende, spannende Ansichten aller möglichen Bauten, Einrichtungen und technischen Anlagen. Sehr hochwertig fotografiert, mit vielen Details und sehr gut ausgeleuchtet. Von alten rostigen Maschinen über teils zerfallene Werksgebäude bis hin zu aktuellen funktionellen Bauten reicht das Spektrum der Motive. Die Galerie ist außerdem nach Branchen sortiert – Bergbau, Textilindustrie, Chemische Industrie…

Auf jeden Fall toll zum Stöbern und zur Inspiration! Und, ja, um vielleicht eigene Erinnerungen wachzurufen, von Erkundungen in alten Gebäuden und Industriegeländen. Speziell die Berliner haben ja ein Faible dafür, ehemalige Industriegebäude und ungenutze Gelände als Orte für Kultur, Musik, Party oder Gastronomie in Besitz zu nehmen, sei es spontan und unangemeldet oder offiziell etabliert. Andere Gebäude wurden zu Wohnzwecken und Bürogebäuden umgebaut.

Unzählige Locations ließen sich aufzählen, vom Tresor-Club (ursprüngliche und neue Location) und dem E-Werk in Berlin Mitte, bis hin zu den vielen ehemaligen Brauereien, Umspannwerken, Schlachthofgeländen, Wassertürmen, Klavier- und Seifenfabriken in Hinterhöfen, Speichergebäuden am Wasser etc.

Und auch in anderen, vor allem östlichen Bundesländern wurden nach dem Mauerfallund dem Zusammenbruch der örtlichen Industrie viele Gelände frei, die in irgendeiner Form genutzt wurden, seien es ehemalige Militärflughäfen und Bunkeranlagen, aufgegebene Fabrikgebäude oder alte Bahngelände.

Wer bei der IndustrieKulturFotografie mitmachen und eigene Fotos bereitstellen möchte, findet auf der Website detaillierte Angaben zum Bewerbungsprozess und zu den Qualitätsanforderungen.

Nach einer kleinen Sommerpause geht es hier nun wieder weiter. Und da es jetzt doch tatsächlich Sommer geworden ist in Berlin und uns nicht nur Gewitter, sondern auch die Sonne mit Temperaturen von 30°C heimsuchen, möchte ich euch meinen Lieblings-Eisladen in Berlin Kreuzberg empfehlen: Das „Aldemir“ in der Falckensteinstraße 7 ist nicht nur in seinem Kiez für das leckere Eis bekannt. Viele verschiedene Sorten gibt es, darunter auch ausgefallene wie z.B. Quark-Sesam-Honig oder Kastanie. Ein Teil davon wechselt von Tag zu Tag.

Meine Favoriten sind die Sorten Oma’s Apfelkuchen (schmeckt echt so wie sie heisst, wirklich!), Schwarze Johannesbeere (fruchtig-dunkelrot und voller großer Fruchtstücke), sowie Ingwer. Eine Kugel kostet 0,90 Euro, ab drei Kugeln gibt es eine leckere frische Butterwaffel statt der Standardwaffel.

Was ich neben dem Eis auch toll finde, sind die immer frischen(!) großen Lilien auf dem Tresen, und die Dekoration an der Glasscheibe, eine Kreation aus verschiedenen Nüssen die ein Muster bilden.

Wo findet man den Laden: Wenn man von der Oberbaumbrücke kommt, einfach die Falckensteinstraße geradeaus gehen, über die Schlesische Straße drüber und weiter geradeaus, und nach ungefähr 200 Metern auf der rechten Straßenseite. Da also wo sich bei Sonnenschein und besonders in der Mittagszeit große Menschentrauben mit Eiswaffeln in der Hand bilden. Geöffnet ist im Sommer täglich von 10-24 Uhr. Lasst es euch schmecken!

Ältere Artikel »